Straßenkataster aufbauen: Bestand, Struktur und Fortführung
Was ist ein Straßenkataster?
Ein Straßenkataster ist ein strukturiertes, verortetes Verzeichnis aller Straßen und Wege eines Zuständigkeitsbereichs samt ihrer Ausstattung. Es verbindet die Lage im Netz mit Merkmalen wie Aufbau, Breite, Belag, Zustand und den zugehörigen Objekten. Damit wird aus verstreuten Informationen eine einheitliche, auswertbare Datengrundlage für Betrieb, Unterhaltung und Planung.
Was in ein Straßenkataster gehört
Der Inhalt richtet sich nach Zweck und vorhandenen Daten, umfasst aber typischerweise:
- Straßen und Wege mit Klassifizierung und Abschnitten
- Fahrbahnaufbau, Breite, Belag und Zustand
- Ausstattung wie Beschilderung, Markierung, Schutzeinrichtungen
- Nebenanlagen wie Gehwege, Radwege, Entwässerung, Beleuchtung
- Bäume und weiteres Straßeninventar mit Standort
Wer ein Straßenkataster braucht
Vor allem Kommunen und Landkreise, die für Gemeinde- und Kreisstraßen verantwortlich sind, sowie Landesbehörden und Straßenmeistereien für Betrieb und Unterhaltung. Ein aktuelles Kataster stützt die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht, erleichtert Ausschreibungen und schafft eine belastbare Basis für das Erhaltungsmanagement.
Aufbau in Schritten
Am Anfang steht die Klärung von Zweck, Umfang und Datenmodell. Vorhandene Bestandsdaten werden gesichtet und übernommen, Lücken durch eine Befahrung mit georeferenzierten Bilddaten und, wo nötig, Punktwolken geschlossen. Anschließend werden Objekte am Bild erkannt, verortet und attribuiert. So entsteht schrittweise ein vollständiger, geprüfter Bestand statt einer einmaligen, schnell veraltenden Momentaufnahme.
Straßenkataster in Städten und Regionen
In Ballungsräumen ist die Objektdichte hoch, in ländlichen Landkreisen die Netzlänge groß - beides spricht für eine effiziente, bildgestützte Erfassung statt manueller Vor-Ort-Aufnahme. STRADIS erfasst für sächsische Landkreise wie Vogtland und Mittelsachsen Straßeninfrastruktur als Bild- und Metadaten und bereitet sie zur Darstellung auf.
Fortführung: aktuell bleiben
Ein Kataster ist nur so viel wert wie seine Aktualität. Nach Baumaßnahmen, neuen Schildern oder Widmungsänderungen müssen Bestände fortgeführt und historische Stände erhalten werden. Über eine Weboberfläche lassen sich Änderungen rollenbasiert einpflegen und prüfen, sodass der Datenbestand dauerhaft belastbar bleibt.
Häufige Fragen
Was ist ein Straßenkataster?
Ein Straßenkataster ist ein verortetes, strukturiertes Verzeichnis der Straßen, Wege und ihrer Ausstattung in einem Zuständigkeitsbereich. Es dokumentiert Lage, Merkmale und Zustand und dient als Grundlage für Unterhaltung, Verkehrssicherungspflicht und Planung.
Was gehört in ein Straßenkataster?
Straßen und Wege mit Klassifizierung, Fahrbahnaufbau, Breite, Belag und Zustand, dazu Ausstattung wie Beschilderung und Schutzeinrichtungen, Nebenanlagen sowie Bäume und weiteres Inventar - jeweils mit Standort und Merkmalen.
Wie baue ich ein Straßenkataster auf?
Zunächst Zweck, Umfang und Datenmodell festlegen, dann vorhandene Bestandsdaten übernehmen und Lücken durch eine Befahrung mit Bilddaten und Punktwolken schließen. Objekte werden am Bild erkannt, verortet und attribuiert und anschließend laufend fortgeführt.
Was kostet ein Straßenkataster?
Die Kosten hängen von Netzlänge, Objektdichte, Erfassungstiefe und gewünschter Bereitstellung ab. Eine Ersterfassung ist aufwendiger als die Fortführung eines bestehenden Bestands. Eine belastbare Einschätzung ergibt sich nach Sichtung der vorhandenen Daten.
Welche Software eignet sich für ein Straßenkataster?
Sinnvoll ist eine Lösung, die Bilddaten, Karte, Punktwolke und Datenbank verbindet, offene Schnittstellen bietet und rollenbasiert fortgeführt werden kann - statt einer geschlossenen Insellösung. So bleiben die Daten herstellerunabhängig nutzbar.
Aktualisiert am 17.07.2026. Keine Rechtsberatung.